Regionalbauernverband RBV Döbeln – Oschatz e. V.
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04.04.2019

Gülle als Teil des Kreislaufes

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Das Ausbringen von Wirtschaftsdüngern, zu denen neben Mist auch Gülle gehört, muss in einem kürzeren Zeitfenster geschehen als die Jahre zuvor. Die neue Düngeverordnung schreibt ein Ausbringeverbot prinzipiell nach Ernte der Hauptfrucht bis 31. Januar des Folgejahres vor.
Es gibt Ausnahmen, z.B. beim Anbau von Wintergerste nach Getreide oder Anbau von Zwischenfrüchten oder Raps. Hier darf auch im Herbst bis 31. September Wirtschaftsdünger ausgebracht werden. Die Gesamtstickstoffmenge darf dabei 60 kg nicht überschreiten.
Auf Grünland ist das Ausbringeverbot von 1. November bis 31. Januar festgelegt.
Unabhängig von den Sperrfristen gilt: Auf überschwemmten, wassergesättigten, gefrorenen oder schneebedeckten Böden ist das Aufbringen von stickstoff- oder phosphathaltigen Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln untersagt. Davon abweichend dürfen jedoch im Frühjahr auf gefrorenem Boden bis zu 60 kg/ha Gesamt-N gedüngt werden, wenn
• der Boden tagsüber aufnahmefähig wird und
• keine Abschwemmgefahr in oberirdische Gewässer oder benachbarte Flächen besteht und
• der Boden durch Einsaat einer Winterkultur oder von Zwischenfrüchten im Herbst eine ”grüne“ Pflanzendecke trägt oder es sich um Grünland oder Dauergrünland handelt.
• Bei schneebedecktem Boden ist, unabhängig von der Schneehöhe, eine Düngung generell verboten.
Soweit zu den gesetzlichen Regelungen.
Im Frühjahr beginnt das Bestellen der Felder mit den Kulturen wie Kartoffeln, Rüben, Mais, Sommergetreide, natürlich auch Gemüse usw.
Um den Pflanzen zum Wachsen Nährstoffe zur Verfügung zu stellen, muss gedüngt werden. ”Hauptnahrungsmittel“ der Pflanzen sind Stickstoff, aber auch Kalium, Phosphor, Magnesium, Schwefel und Calcium. Von diesen benötigen die landwirtschaftlichen Kulturpflanzen im Laufe ihrer Entwicklung je nach Nährstoff etwa 20–350 Kilogramm pro Hektar immer in Verbindung mit Wasser.
Diese Nährstoffe können mit Kunstdünger, also technisch (mit Energieaufwand) hergestellt oder mit Wirtschaftsdünger der Pflanze zugeführt werden.
Aus meiner Sicht ist Wirtschaftsdünger (Gülle, Mist, Jauche, Gärsubstrat, Humus) dafür besser geeignet, da es den Kreislauf der Landwirtschaft wiederspiegelt! Der Kreislauf der Landwirtschaft bedeutet mit betriebseigenem Futter Tiere artgerecht füttern und halten. Der daraus anfallende Dünger wird zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit in den vielseitigen Fruchtfolgen eingesetzt, um wieder Pflanzen zu produzieren. Der Mensch entnimmt Tiere, Pflanzen und Energie für seine Versorgung.
Jetzt wird es ein wenig mathematisch. In Gülle gemischt Rind und Schwein befinden sich je Kubikmeter (m?) ca. 5 kg reiner Stickstoff (N), das heißt also, wenn im Frühling oder im Herbst, wie oben beschrieben 60 kg N (= 6 g/m?  zur besseren Vorstellung) ausgebracht werden dürfen sind das 12 m? je ha. ...oder anders gesagt ca. 11.000 l/ha. (= 1,1 l/m?  zur besseren Vorstellung) Das entspricht ungefähr einem mittleren Güllefass. (es gibt die verschiedensten Größen von 1.000 bis 30.000 m?.
Wenn also ein Feld von einer Größe 100 ha mit Gülle versorgt wird benötigt man ca. 100 Fässer Gülle dieser Größe oder entsprechend weniger, wenn die Transporte mit größeren Fässern gefahren werden.
Wenn die Gülle beim Ausbringen nicht riecht, ist das das Ergebnis der Gülleveredlung durch eine Biogasanlage. Die Gehalte an den Pflanzennährstoffen sind vergleichbar mit normaler Gülle.
Eine Mutterkuh und ihr Kalb scheiden pro Jahr ungefähr 135 kg reinen N aus. Diese Menge darf während des Wachstumes auf z. B. 1 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche ausgebracht werden. Der statistische Viehbesatz in unserer Region liegt je Hektar aber nur bei 0,5 Großvieheinheiten, das ist soviel wie eine halbe Kuh oder eben ein Jungrind.






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