Regionalbauernverband RBV Döbeln – Oschatz e. V.
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20.06.2019

Moderne Tierhaltung

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Liebe Landwirtschaftsinteressierte,
das Halten von Nutztieren ist ein sehr anspruchsvolles Betätigungsfeld für die Landwirte. Es erfordert Wissen, Sorgfalt und Einfühlungsvermögen. Aber auch Tiergesundheit, Ökonomie und Ökologie sowie Effizienz und Nachhaltigkeit müssen bei der Tierhaltung Berücksichtigung finden. Damit dies alles gelingen kann, werden in der modernen Landwirtschaft systematisch wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Innovationen umgesetzt. Der Einsatz moderner Verfahren und Techniken macht die Haltung der Tiere sicherer, hygienischer, aber auch kostengünstiger.
Immer wieder kommen Landwirte in die Kritik, weil diese ”zu viele“ Tiere halten.

Ausschlaggebend für Tierwohl und Tiergesundheit sind nicht die Bestandsgrößen, sondern die Haltungsbedingungen sowie die Intensität und Qualität der Betreuung der Tiere. Der einzelnen Kuh oder dem Schwein ist es egal, ob auf dem Standort 40 oder 400 weitere Artgenossen leben. Entscheidend für das einzelne Individuum ist, dass es in seiner Gruppe von bis zu 40 Tieren bleibt und diese Herdenstrukturen nicht ständig geändert werden.

Ein weiterer Faktor ist und bleibt dabei der Landwirt. Er bringt neben seiner fundierten Ausbildung das richtige Gespür für die Tiere und das Wissen um ihre Bedürfnisse mit. Wichtigster Fakt der Tierhaltung ist die tägliche Tierbeobachtung!

Die Tiergesundheit steht an erster Stelle, denn nur gesunde Tiere sind leistungsfähig. Die Förderung der Tiergesundheit dient dem Tierschutz, der Qualität der erzeugten Lebensmittel und der Wirtschaftlichkeit.
Leider ist es nicht auszuschließen, dass Tiere auch krank werden. Das hat viele Gründe, ähnlich wie bei uns Menschen oder unseren Familienbegleitern Hund oder Katze.
Auch Nutztiere werden nach Untersuchung durch den Tierarzt behandelt. Kommen Medikamente zum Einsatz sind die Produkte wie Milch oder Fleisch für einen gewissen Zeitraum gesperrt. Der Landwirt muss den Einsatz der Medikamente für jedes Einzeltier dokumentieren.

Frühere Haltungsbedingungen waren in vielen Belangen sehr viel schlechter für die Tiere, auch wenn das heute immer noch gerne positiv und idealisiert dargestellt wird. Heute werden Kühe in hellen und luftigen Laufställen gehalten. Kein Vergleich mehr mit den dunklen, schlecht belüfteten "Tropfsteinhöhlen" früherer Jahre in denen die Kühe teilweise ganzjährig angebunden waren.
Statt dunkler, stickig-feuchter Schweinekoben gibt es heute klimatisierte Schweineställe mit modernster Heizungs- und Lüftungstechnik.

Die moderne Technik kostet natürlich viel Geld, das allein der Landwirt zahlt. Die enormen Investitionen, die für die Verbesserung des Tierwohls erforderlich sind, sind für kleinere Bestände kaum finanzierbar. Schon allein deshalb müssen die Bestände weiter wachsen. Die Verhinderung neuer, größerer Stallbauten durch Bürgerinitiativen, verhindert deshalb noch besseren Tierschutz, anstatt ihn zu fördern.

Sicher sind auch zukünftig weitere Verbesserungen des Tierwohls möglich und notwendig. Aber Landwirte können nur so viel Tierschutz leisten, wie der Verbraucher auch bereit ist, über höhere Preise für Lebensmittel zu honorieren. Der Handel muss bereit sein, diese Preiserhöhungen direkt an den Erzeuger also an unsere Landwirte weiterzugeben. Überzogene und unrealistische Forderungen zerstören die einheimische Produktion und führen zur Verlagerung der Produktion in Länder mit geringeren Tierschutzanforderungen. Dies gefährdet unsere Ernährungssicherheit und den Tieren ist damit auch nicht gedient.
Hat jemand Lust einen modernen Kuhstall zu sehen? Kontaktieren Sie mich! Telefon: 03431 622843

Iris Claassen, Geschäftsführerin Regionalbauernverband Döbeln-Oschatz e.V.




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