Regionalbauernverband RBV Döbeln – Oschatz e. V.
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05.08.2019

Ein lachendes und ein weinendes Auge

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Am Wochenende waren überall die Motoren der Mähdrescher und der Abfahrer zu hören. Bis spät in die Nacht hinein wurde vorrangig der Weizen geerntet. Die Wintergerste und Triticale sind längst sicher in den Lagern untergebracht. (Stand Ende Juli)
Einige Drescher sind auch in der Rapsernte.
Das anhaltende sonnige und trockene Wetter unterstütz die Bauern bei den Druscharbeiten gehörig. Kann doch das Erntegut zügig und ohne Unterbrechung und ohne Kosten für zusätzliche Trocknung eingebracht werden.
Auch die nachfolgende Strohernte wird von der Witterung positiv beeinflusst, es falle keine zusätzlichen Kosten an, da das Stroh nicht gewendet werden muss. Für die Bauern ist dieses ein Glücksumstand wären da nicht noch die anderen Kulturen, wie Mais, Rüben, Kartoffeln und das Feld- und Wiesenfutter.
Alle Gartenbesitzer können das mit Sicherheit nachvollziehen, ohne Beregnung bzw. gießen wächst jetzt kaum noch etwas.
Prekär wird diese Wetterlage vor allem wieder für Betriebe mit Tierhaltung. Der 1. und 2. Grünlandschnitt zur Silagegewinnung waren in Summe gesehen ein Viertel bis zur Hälfte weniger als normal.
Auf den Wiesen und Weiden geht gar nichts mehr. Seit 5 Wochen ist kein Grashalm nachgewachsen, im Gegenteil der Aufwuchs geht zurück. Wohl dem Bauern, der genügend Fläche zur Versorgung seiner Wiederkäuer hat.
Einige füttern mittlerweile ihren Rindern und Schafen auf den Koppeln zu. Dieses Futter war als Wintervorrat gedacht. Reserven aus dem Vorjahr dürften kaum noch vorhanden sein, die Wetterlage war ähnlich.
Aber noch gibt es Hoffnung für die Landwirte - baldiger Regen, der zumindest auf dem Grünland, im Mais und den Rüben Zuwachs bringt.
Was mich im Zusammenhang mit Tierhaltung immer wieder traurig und nachdenklich macht, sind Beiträge in Funk und Fernsehen über Haltung von Tieren, die an Quälerei grenzt. Es erweckt den Eindruck alle Nutztiere in den Betrieben werden falsch gehalten und geschunden. Dem ist zum Glück nicht so. Wir Bauern haben die Pflicht mit unseren Tieren sorgsam umzugehen. Das heißt, sie müssen immer genug zu fressen und genügend Wasser zur Verfügung haben. Wir müssen unsere Tiere von Gefahren, Leid und Schmerzen fernhalten. Die Tiere müssen sich wohlfühlen. "Schwarze Schafe" unter den Bauern bringen unseren Berufsstand großen Schaden.
Ich halte es auch nicht für richtig die Tierhaltung in Deutschland ”platt“ zu machen. Genug Fleisch hätten wir trotzdem in unseren Ladentheken - aus aller Welt kommt es zu uns. Ich behaupte, Deutschland hat neben den skandinavischen Ländern die höchsten Standards in der Tierhaltung.
Fleisch von Tieren aus dem Ausland? Nach dem Motto: ”Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ ist mit Sicherheit nicht die Lösung.




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